Übergewicht/Adipositas Strukturierte Behandlung in der Ordination Prof. Dr. Bernhard Ludvik in Wien

Übergewicht und Adipositas als Risikofaktoren

Übergewicht (BMI zwischen 25 und 30 kg/m2) und Adipositas (über 30 kg/m2) nehmen weltweit zu und sind für das gehäufte Auftreten von Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und schließlich Typ 2 Diabetes mellitus verantwortlich. Als Folge können sich Herzinfarkt, Schlaganfall, Fettleber, Gelenks- und Venenerkrankungen, aber auch das gehäufte Auftreten gewisser Krebserkrankungen (Brust, Dickdarm) einstellen. Vor allem die bauchbetonte Fettverteilung (Bauchumfang bei Männern über 102 cm, bei Frauen über 88 cm) steht mit diesen Risikofaktoren in ursächlicher Verbindung. Ein besonderes Risiko stellt die extreme Adipositas (Adipositas permagna) mit einem BM über 40 kg/m2 dar.

Ursachen für Übergewicht und Adipositas

Die Zunahme von Übergewicht und Adipositas ist zu einem großen Teil auf unseren Lebensstil mit kalorienreicher Ernährung verbunden mit verminderter körperlicher Aktivität zurückzuführen. Besonders die bereits fertigen Lebensmittel mit Zucker, Weißmehlprodukten und tierischem Fett, welche fast überall zu fast jeder Tageszeit verfügbar sind, tragen zu dieser Epidemie bei. Hinzu kommt der Bewegungsmangel durch die zunehmende Motorisierung. Allerdings gibt es auch einen relativ hohen Anteil an Vererbung als Ursache für Übergewicht und Adipositas.

Die konservative Behandlung von Übergewicht und Adipositas

Der erste Schritt ist die Umstellung der Ernährung. Wie die Verminderung der Kalorienaufnahme stattfindet, ist nicht so wichtig. Allerdings muss auf die Vorlieben bezüglich der Nahrungsmittel eingegangen werden. Es gibt verschiedene Diäten, unter anderem fettarme, oder eiweißreiche bzw. kohlenhydratarme. Wichtig ist, dass die Ernährung nicht einseitig ist, damit keine Mangelzustände auftreten. Empfehlenswert ist eine kalorienreduzierte mediterrane Ernährung (Fisch, Gemüse, Salat, Nüsse, Olivenöl…), wobei Brot und Teigwaren durch Vollkornprodukte ersetzt werden. Manche Menschen ziehen strukturierte Diäten vor, wo man nur jeden zweiten Tag isst oder Esspausen einlegt (z.B. 16 Stunden fasten, innerhalb von 8 Stunden essen). Ein Alternative stellt auch die Mahlzeitenersatztherapie dar, wo zwei Mahlzeiten durch Milch-basierte Shakes mit höherem Proteinanteil ersetzt werden, eine Mahlzeit kann frei gewählt werden. Wichtig ist zu wissen, dass Diäten nur wirken, solange man sie einhält, auch nachdem das Zielgewicht erreicht ist. Denn sonst kann es zum s.g. Jojo-Effekt kommen. Deshalb ist es wichtig, die Ernährungsumstellung lebenslang beizubehalten!

Körperliche Aktivität in Form von verstärkter Alltagsbewegung (mindestens 10.000 Schritte pro Tag) und Ausdauer- bzw. Kraftsport sind eine wichtige Säule zur Gewichtsreduktion. Man verbrennt Kalorien und beugt dem Muskelabbau während der Diätphase vor. Je höher die Muskelmasse, desto höher der Grundumsatz und somit Energiebedarf!

Die medikamentöse Behandlung von Übergewicht und Adipositas

Falls Diät und Sport nicht den gewünschten Erfolg bringen, können zusätzlich Medikamente zur Gewichtsreduktion verwendet werden. Diese müssen jedoch ärztlich verschrieben werden und sind von den Kassen nicht erstattungsfähig. Derzeit sind drei Medikamente zugelassen: Orlistat blockiert die Enzyme zur Fettaufnahme (Lipasen), hat jedoch Durchfälle als Nebenwirkungen. Naltrexon/Bupropion ist eine Kombination von zwei Psychopharmaka und führt zu einer Steigerung des Sättigungsgefühls und einer Verminderung des Hungers. An Nebenwirkungen treten Übelkeit und Verstopfung auf. Der Glukagon-Like-Peptide 1 Rezeptoragonist 1 (GLP1-RA) Liraglutid, welcher auch bei der Behandlung des Typ 2 Diabetes eingesetzt wird, wird einmal täglich unter die Haut injiziert. Er vermindert den Hunger, erhöht das Sättigungsgefühl und verzögert die Magenentleerung. Das Körpergewicht kann um bis zu 10% sinken. Als Nebenwirkung findet sich Übelkeit, die jedoch mit der Zeit verschwindet. Deshalb muss die Dosierung dieses Medikamentes langsam gesteigert werden. Medikamente zur Gewichtsreduktion dürfen nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden und wirken nur, solange man sie einnimmt.

Die chirurgische/bariatrische Behandlung von Übergewicht und Adipositas

Wenn sämtliche Versuche, das krankhafte Übergewicht (Adipositas permagna) zu vermindern, scheitern, ist eine operative (bariatrische) Behandlung in Erwägung zu ziehen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten ab einem BMI von über 40 kg/m2, bei Vorliegen von Begleiterkrankungen wie dem Typ 2 Diabetes, ab einem BMI von über 35 kg/m2. Wichtig ist eine vorherige Abklärung, ob hormonelle Ursachen für die Adipositas verantwortlich sind. Dies erfolgt durch Endokrinologinnen/Endokrinologen. Zusätzlich sind diätologische und psychologische Gutachten notwendig.

Die am häufigsten eingesetzten Verfahren sind der Magenbypass und der Schlauchmagen (sleeve gastrectomy). Sie führen zu einem zufriedenstellenden und langanhaltenden Gewichtsverlust und günstigen Effekten auf Begleiterkrankungen wie den Diabetes mellitus. Nach einer bariatrischen Operation sind eine lebenslange Betreuung und die Einnahme von Vitaminen, Spurenelementen notwendig. Gelegentlich muss auch ein Eisen- oder Eiweißmangel behandelt werden. Frauen sollen erst zwei Jahre nach erfolgter Operation schwanger werden.

Behandlung von Übergewicht und Adipositas

  • Gesunde Ernährung und Bewegung
  • Alternatives Fasten
  • Mahlzeitenersatztherapie
  • Medikamentöse Therapie
  • Bariatrische/Metabolische Chirurgie

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